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Oft gefragt.
Ist Hexerei eine Religion?
Ja, Hexen verehren die 'Alten Götter' des vorchristlichen Europa.
Ist Hexerei ein Kult?
Nein, ein Kult beinhaltet oft einen charismatischen Führer der alle Weisheiten besitzt. Dies ist beim Hexentum komplett anders. Hexen finden vielmehr durch Studien oder Kommunikation mit der Natur zu ihrer Kraft. Erst später kommen sie in Kontakt mit einer Gruppe von gleichdenkenden Seelen. Der Pfad der Hexe ist sehr individualistisch.
Was passiert den so alles bei einer Hexenversammlung?
Es können sowohl zeremonielle und spontane, als auch meditative Rituale gemacht werden. Oft sind diese kombiniert mit Tanz und einem rituellen Drama.
Arbeiten alle Hexen nach derselben Tradition?
Ja und nein. Hexerei ist, wie schon gesagt, eine sehr individuelle Angelegenheit, mit einem Minimum an Dogmen und einem Maximum an freier Wahl. Die einzige Grundregel lautet: "Tu was du willst, aber schade niemand." Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Traditionen, wie Naturverehrung und den Gebrauch von Magie.
Sind Hexen immer weiblich?
Nein. Nach einer groben Schätzung gibt es ungefähr ebenso viele männliche wie weibliche Hexen, da der polarisierende Charakter des Gottes und der Göttin ein wichtiger Aspekt in Ritualen ist. Manche Traditionen, wie die Dianische Tradition, ist nur offen für Frauen, genau wie es auch Coven nur für Männer gibt. Das Wort "Hexe" ist nicht mit dem Geschlecht verknüpft , es sind Frauen sowie Männer damit gemeint.
Haben Hexen eine Bibel?
Nein. Hexerei ist keine Bücherreligion. Alles kommt direkt aus den Traditionen der Völker, und die Eingeweihten werden eingeladen zur Weiterentwicklung des Wissens unter Begleitung der Götter. Hexen haben ein "Buch der Schatten", worin unter anderem Rituale, Erfahrungen, magische Formeln, Poesie und Wissen über Pflanzen steht. Das Buch der Schatten (Book of Shadows oder BOS) wird so genannt, weil dasjenige was geschrieben ist, nur ein Schatten ist von dem was wirklich gespürt wurde.
Benutzen Hexen Zauberformeln?
Ja. Aber da Hexen glauben, dass alle magische Sprüche dreifach auf sie zurück kommen, muss es einen guten Grund geben diese zu benutzen. Ein Zauberspruch ist eine Formel oder eine Reihe von Handlungen, die zum Zweck haben, nur durch Willenskraft etwas zu ändern. Energie wird von der Erde gezogen, durch die Hexe kanalisiert und weitergeschickt. Die Hexe ist hierbei wie ein Katalysator. Die Wünsche sollen dann durch die "aufgeladene" Willenskraft umgesetzt werden in Realität.
Halten Hexen ihre Rituale nackt ab?
Manche ja, andere nicht. Auch hier gibt es keine Uniformität oder Regeln. Nacktheit ist jedoch typisch für die Mysterienreligionen, wo die Initierten sich den Göttern zeigen wie sie sind. Viele Hexen finden, dass das Nacktsein den Durchfluss der Energien fördert. Hexen beziehen das Nacktsein nicht auf Sex. Von einer normalen Hexenversammlung wird schon gesagt, dass sie ebenso sexuell geladen ist wie ein FKK-Picknick.
Welcher Platz hat Sex dann in Hexenritualen?
Sex wird in einen positiven Sinn gesehen, als ein Ausdruck der großen kreativen Polarität des Gottes und der Göttin. Sex unter Hexen findet nur freiwillig und unter Erwachsenen statt. Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, rituelle Verstümmelung und andere extreme Formen der Sexualität -- Hexen werden hier öfters mit assoziiert -- sind völlig wider der ethischen Norm "Wenn es niemanden schadet, mach was du willst". Darum sind sie keinen Teil der Zunft.
Warum werden negative Worte wie "Hexe" und "Hexerei" noch immer benutzt?
Beinahe alle Religionen können zurückblicken auf mehr oder weniger "schwarzen" Seiten in ihrer Geschichte. Auch Christen waren im alten Rom oft Mittelpunkt von sehr suggestiven Gerüchten, so z.B. sie wären Teil einer Kannibalensekte. Dieses aber sollte keinen Grund sein die Namen und Symbole, die tief mit der Religion verwurzelt sind, aufzugeben. Genau darum bleiben Hexen dabei, die alten Wörter zu benutzen.
Beten Hexen den Teufel an?
Absolut nicht. Die Idee eines Teufels, als Person des ultimativen Bösen, stammt aus der judeo-christlichen Theologie und nicht aus unserer eigenen europäischen Volkstradition. Historisch ist ermittelt, dass die Götter der unterworfenen Völker immer zu Dämonen oder niedrigen Göttern des neuen Glaubens degradiert wurden. Da viele prominente Götter, bei unseren Ahnen, bekannt als Pan, Cernunnos, Frey und Herne, als gehörnt dargestellt wurden, war es sehr einfach zu arrangieren, dass der christliche Teufel, Satan, ebenso gehörnt auf der Bühne erscheinen musste. Es soll deutlich verstanden werden, dass Hexen nicht an die Idee eines Teufels glauben, und deswegen kann ihnen die christliche Version des gehörnten Gottes nichts anhaben.
Haben Hexen dann überhaupt nichts zu tun mit Satanismus oder schwarzer Magie?
Nein. Wie schon gesagt, Hexen glauben, dass jede magische Handlung dreifach auf sie zurück kommt, also sind sie nicht wirklich motiviert sich mit schwarzer Magie einzulassen.
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